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Wassergeschichte

Lange Zeit beherrschten Haus- und Straßenbrunnen sowie hölzerne Wasserleitungen das Berliner Stadtbild. Völlig unzureichende hygienische Verhältnisse begünstigten die ständige Wiederkehr von Seuchen und Epidemien. Erst der Bau der Wasserwerke vor dem Stralauer Tor (1856), Tegel (1877) und Müggelsee (1893) unter dem Direktor der Städtischen Wasserwerke Henry Gill veränderte das Stadtleben grundlegend und nachhaltig. Entscheidend war dabei vor allem auch die Inbetriebnahme der Kanalisation im Jahre 1876, geplant und ausgeführt durch den Stadtbaurat James Hobrecht – ein Meilenstein in der Hygiene der Stadt.
Die Modernisierung und Neuorganisation der Wasserversorgung stand Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts an und die seit 1933 veränderten politischen Verhältnisse nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten spiegelten sich auch in den städtischen Betrieben wider. Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf die wasserwirtschaftlichen Einrichtungen und der Einsatz von Zwangsarbeitern prägt darüber hinaus die sehr spezielle Geschichte dieser Stadt. Alles das gipfelte nicht zuletzt im Neuaufbau nach dem Ende des Krieges und der Trennung der Wasserversorgung zwischen Ost- und West-Berlin nach der Spaltung 1949.

Gehen Sie mit uns auf eine Zeitreise durch mehr als 150 Jahre Berliner Wasser.

Für Lehrer, Eltern, Kinder und Jugendliche empfehlen wir auch einen Besuch auf der Internetseite klassewasser.de

Chronik

Alle Bilder in dieser Chronik entstammen der Sammlung der Berliner Wasserbetriebe.

15128_1843

1843

Denkschrift von Joseph Jacob Baeyer und Ludwig Blesson über die Aufstellung von Wasserhebemaschinen am Halleschen Tor und an der Jannowitzbrücke zur Spülung der Rinnsteine mit Spreewasser.

15129_1852

1852

Abschluss eines Vertrages der Preußischen Staatsregierung mit den englischen Unternehmern Fox und Crampton über die Versorgung der Stadt Berlin mit fließendem Wasser.

Museum im Alten Wasserwerk -- Wassergeschichte

15130_1853

1853

Gründung der Berlin Waterworks Company, London.

Museum im Alten Wasserwerk -- Wassergeschichte

15131_1856

1856

Inbetriebnahme des ersten Wasserwerks der Berlin Waterworks Company vor dem Stralauer Tor.

15132_1861

1861

Kanalisationsentwurf von Friedrich Wiebe (1866 durch die Stadtverordnetenversammlung abgelehnt).

15133_1867

1867

Bildung einer städtischen Deputation unter Führung von Rudolf Virchow „für die Untersuchung der auf die Kanalisation und Abfuhr bezüglichen Fragen“.

Museum im Alten Wasserwerk -- Wassergeschichte

15134_1873

1873

Kauf der Berlin Waterworks Company durch die Stadt Berlin. Bildung einer Städtischen Baukommission für die Kanalisation Berlins unter Leitung von James Hobrecht.

15135_1874

1874

Erlass einer Polizeiverordnung und eines Ortsstatuts über die Kanalisation Berlins und über den Anschluss von Grundstücken an die Kanalisation. Erwerb der ersten Rittergüter Osdorf und Friederikendorf als Rieselfelder.

Museum im Alten Wasserwerk -- Wassergeschichte

15136_1876

1876

Inbetriebnahme der ersten Entwässerungsanlage des Radialsystems III.

15137_1878

1878

Gründung der Charlottenburger Wasserwerke AG, die die südlichen Vororte Berlins versorgte. Formelle Übernahme der bisher erstellten Entwässerungsanlagen durch einen Betriebsdirektor.

15138_1893

1893

Beendigung der Bauarbeiten an den Radialsystemen I – X und XII.

Museum im Alten Wasserwerk -- Wassergeschichte

15139_1909

1909

Fertigstellung des letzten der zwölf Radialsysteme, des Radialsystems XI.

15140_1919

1919

Inbetriebnahme des Klärwerks Wansdorf.

15141_1920

1920

Bildung der neuen Stadtgemeinde Berlin, Zusammenschluss von acht Städten, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirken.

15142_1923

1923

Neuorganisation der Stadtentwässerung, Einbeziehung von 48 bereits kanalisierten Vororten.

15143_1924

1924

Gründung der Berliner Städtischen Wasserwerke AG als Aktiengesellschaft im Eigentum der Stadt Berlin.

15144_1927

1927

Inbetriebnahme einer Vorkläranlage in Waßmannsdorf.

Museum im Alten Wasserwerk -- Wassergeschichte

15145_1931

1931

Inbetriebnahme des Klärwerks Stahnsdorf.

15146_1937

1937

Die Berliner Städtische Wasserwerke AG wird Eigenbetrieb der Stadt.

Museum im Alten Wasserwerk -- Wassergeschichte

15147_1942_bis_1945

1942 bis 1945

Zusammenschluss der Berliner Städtischen Wasserwerke und der Charlottenburger Wasser- und Industriewerke AG als Eigenbetrieb Berliner Wasserwerke.

15148_1949

1949

Teilung der Stadt Berlin. Danach Spaltung der Wasserversorgung und Stadtentwässerung.

15149_1950

1950

Abkommen zur Zahlung von Entgelt für die Reinigung der Abwässer aus Berlin (West) in Berlin (Ost).

15150_1951

1951

Zusammenlegung der Berliner Stadtentwässerung und der Berliner Wasserwerke in Berlin (Ost) zu den Groß-Berliner Wasser- und Entwässerungswerken.

Museum im Alten Wasserwerk -- Wassergeschichte

15151_1955_bis_1961

1955 bis 1961

Einbau massiver Sperranlagen in das Kanalsystem, um Fluchtversuche aus dem Osten zu verhindern.

Museum im Alten Wasserwerk -- Wassergeschichte

15152_1963_bis_1985

1963 bis 1985

Inbetriebnahme zahlreicher Klärwerke in Ost und West, z.B. Ruhleben (1963), Münchehofe (1976), Schönerlinde (1985).

15154_1964

1964

Bildung des VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Berlin in Berlin (Ost).

15155_1967

1967

Überführung der Anstalt Berliner Stadtentwässerung in einen Eigenbetrieb von Berlin unter dem Namen Berliner Entwässerungswerke in Berlin (West).

15156_1988

1988

Fusion der Berliner Wasserwerke und der Berliner Entwässerungswerke zu den Berliner Wasser-Betrieben in Berlin (West).

15157_1990

1990

Die Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Berlin wird Eigenbetrieb von Berlin.

Museum im Alten Wasserwerk -- Wassergeschichte

15158_1992

1992

Fusion der Berliner Wasser-Betriebe und der Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Berlin zu den Berliner Wasserbetrieben.

15159_1994

1994

Umwandlung in eine Anstalt des öffentlichen Rechts.

15160_1999

1999

Teilprivatisierung. Die Stadt Berlin hält 50,1%, die Unternehmen RWE und Veolia zusammen 49,9% der Anteile an den Berliner Wasserbetrieben.

Museum im Alten Wasserwerk -- Wassergeschichte

15161_2001

2001

Stilllegung der Wasserwerke Johannisthal und Jungfernheide.

15162_2003

2003

Jubiläum 125 Jahre Stadtentwässerung.

15163_2006

2006

Jubiläum 150 Jahre Wasserversorgung. Die Berliner Wasserbetriebe erhalten ein Prüfsiegel für bestes Qualitäts- und Umweltmanagement.

Museum im Alten Wasserwerk -- Wassergeschichte

15164_2008

2008

Inbetriebnahme von Berlins größter Solaranlage im Wasserwerk Tegel mit einer Kollektorfläche von 1.900 qm.

15165_2010

2010

Die Berliner Wasserbetriebe sparen 41.000 t CO2 ein, 6.000 t mehr als die Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin festlegte.

15166_2011

2011

Erfolgreiches Bürgerbegehren zur Offenlegung der Teilprivatisierungsverträge löst Prozess der Rekommunalisierung aus.

Museum im Alten Wasserwerk -- Wassergeschichte

15167_2012

2012

Die Stadt Berlin beschließt, den RWE-Anteil von 24,95% an den Berliner Wasserbetrieben zurückzukaufen. Das Museum im Wasserwerk feiert sein 25. Jubiläum. Bereits ca. 300.000 Besucher konnten über die Jahre gezählt werden.