Unter dem Walpersberg, einem 311 Meter hohen, am Westufer der Saale in der Nähe von Kahla in Thüringen gelegenen Berg, befand sich während des Zweiten Weltkriegs ein über 20 Kilometer langes unterirdisches Stollensystem für diverse NS-Rüstungsproduktionsstätten, die hierhin ausgelagert worden waren, um vor den Alliierten Bombenangriffen geschützt zu sein. Zu DDR-Zeiten wurde der Berg als „Komplexlager 22“ für die Einlagerung von Munition im Falle einer ernsthaften kriegerischen Auseinandersetzung genutzt. Den „Geschichts- und Forschungsverein Wolpersberg e.V.“ gibt es seit November 2005. Er will einer möglichst großen Öffentlichkeit diese Geschichte des Walpersbergs vermitteln. Die Geschichte eines nationalsozialistischen Rüstungsbetriebs, der „REIMAHAG“, aber auch die Schicksale der dort nicht freiwillig beschäftigten Zwangsarbeiter. Es ist ein noch recht kleiner Verein mit 25 enthusiastischen Mitgliedern vor allem aus dem Thüringischen (Stand: Juni 2011), die Geschichtsforschung als ihr Hobby betrachten. Aber das kennt man ja: solche Freizeitaktivitäten arten dann doch meist in unbezahlte Neben-Vollzeittätigkeiten aus. Der Forschungsverein ist in Großeutersdorf beheimatet. Dort befindet sich auch das „Dokumentationszentrum Wolpersberg“. Auf dieser Websewite kann sich auch der Besucher aus der Ferne ein gutes Bild über die Aktivitäten vor Ort machen. Vor allem die Öffnungszeiten des Zentrums sind wichtig zu wissen (zumeist nur wochentags, an ausgewählten Feiertagen und auf gesonderte Vereinbarung). Eine Publikationen über die „geheimnisvollen Unterwelten“ Thüringens lassen sich über den „e-shop“ bestellen und käuflich erwerben. Im Forum erfährt der interessierte Leser vieles über die „Untertageverlagerungen, Militär- und Rüstungsobjekte“ aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, aber auch aus den Jahren danach.
Das unterirdische Stollensystem des Walpersbergs in Thüringen
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