Facebook Twitter RSS Login Sprachen
Schriftgröße
Kontrast

Tagesübersicht
Touren und Veranstaltungen

« Dezember 2016 »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
28 29 30 1
5 6 7 8
12 13 14 15
19 20 21 22 23 24 25
26 1

Wochenübersicht
Touren

  2017  
Kalenderwochen
12
1718192021

Schnellsuche

Tour M Spezial – Mauerdurchbrüche mit dem Zeitzeugen Joachim Neumann

Tour M Spezial - Neumann - Titelbild

Seit das SED-Regime im August 1961 die Berliner Mauer errichtete, gab es immer wieder Versuche, unter Ausnutzung der städtischen Kanalisationsanlagen oder in den märkischen Sand gegrabener Tunnel die tödlichen Sperranlagen zu unterqueren und so in die Freiheit zu gelangen. Das erste Tunnelprojekt „lief“ im Oktober 1961, das letzte scheiterte im Jahre 1984. Insgesamt gab es mehr als 70 tatsächlich begonnene Fluchttunnelvorhaben, von denen jedoch nur 19 erfolgreich waren. Durch sie gelangten immerhin noch über 300 DDR-Bürger nach West-Berlin. Es gab spektakuläre Aktionen, Verrat und bitteres Scheitern, weil die Stasi die geplanten Aktionen im Vorfeld ausspähen konnte. Es entwickelte sich regelrechtes „Katz-und-Maus-Spiel“ zwischen Tunnelbauern und der DDR-Staatssicherheit, unter zunehmend erschwerten Bedingungen für die Fluchthelfer und Fluchtwilligen.

In der Tour M erzählen wir nicht nur die Geschichte(n) der Fluchttunnel. Auch die Berliner Geisterbahnhöfe, ihre scheinbar perfekte Sicherung gegen sogenannte Grenzverletzer und das Absperren der Kanalisation gegen unterirdische Fluchtversuche finden bei dieser Führung ausgiebig Erwähnung.
Nach dem Besuch der thematischen Ausstellungsräume in der Zivilschutzanlage Blochplatz geht es per „U-Bahn-Shuttle“ zur Bernauer Straße, einem der Brennpunkte des Mauerbaus und auch einer der Schwerpunkte im Fluchttunnelbau. Auf einer Streckenlänge von nur 350 Metern wurden die Grenzsperranlagen hier siebenmal untertunnelt. Nahe diesen authentischen Schauplätzen der Geschichte geht es erneuert in den Untergrund. In den historischen Gewölben der ehemaligen Oswald-Berliner-Brauerei berichten wir, wieder tief unter der Erde, anhand von Tunnelnachbauten sowohl von verratenen und gescheiterten Tunnelvorhaben als auch über die beiden erfolgreichsten und spektakulärsten Projekte aus der Zeit der Berliner Mauer, den „Tunnel 29“ und den „Tunnel 57“. Im wieder freigelegten originalen Brauereibrunnen können die Besucher dieser Tour auf den hier sehr tief liegenden Berliner Grundwasserspiegel hinunter blicken. Erst diese besondere Situation ermöglichte das Anlegen sehr tief liegender Fluchttunnel.

Dabei wird Joachim Neumann, einer der bekanntesten Fluchthelfer und erfolgreichster Tunnelgräber überhaupt, den Besuchern persönlich von „seinen“ Tunnelbauten berichten, von denen als bekannteste der „Tunnel 29“ und der „Tunnel 57“, beide an der Bernauer Straße gelegen, in die Geschichte eingingen. Insgesamt gelangten 99 Menschen durch die Tunnel, an denen Joachim Neumann mitwirkte, in die Freiheit. Durch seinen letzten, den „Tunnel 57“ kam schließlich auch seine spätere Frau Christa.

Joachim Neumann wurde am 17. März 1939 in Berlin geboren. 1957 machte er sein Abitur in Berlin Köpenick und studierte anschließend Bauingenieurwesen in Cottbus. Im Dezember 1961 floh er mit einem Schweizer Pass nach West-Berlin und setzte sein Bauingenieurstudium an der TU Berlin fort.
Seit Frühjahr 1962 war er an insgesamt 6 Fluchttunneln beteiligt, u. a. am „Tunnel 29“ und am Tunnel in der Kiefholzstraße. Seine Motivation war in erster Linie der Wunsch, anderen zu helfen, so wie ihm selbst bei seiner Flucht geholfen worden war und das seinen Freunden in Ost-Berlin gegebene Versprechen, für sie nach Fluchtwegen zu suchen.
1965 heiratete er seine Freundin Christa, die durch den „Tunnel 57“ geflohen war.
1967 folgte der Abschluss des Studiums an der TU Berlin, danach Tätigkeiten in der Bauindustrie und im internationalen Consulting mit Wohnsitz in Frankfurt am Main; seit 2003 ist Joachim Neumann im Ruhestand. Nach Tod seiner Frau im Jahr 2005 wohnt er (seit 2006) wieder in Berlin.

Diese Führung wurde mit dem Gütesiegel Berliner Mauer ausgezeichnet.

  • Veranstaltungstipp zu dieser Führung:

Im Anschluss an die Tour empfehlen wir einen Besuch des Dokumentationszentrums „Berliner Mauer“ an der Bernauer Straße.

TERMINE 
  • Samstag, 4. Februar 2017, 13 Uhr

Weitere Termine in Vorbereitung.

Anmeldung erforderlich!

DAUER UND EINTRITT 

ca. 150 Minuten
22 € (inklusive U-Bahn-Transfer Gesundbrunnen-Bernauer Straße)

Keine Kartenzahlung möglich – Nur Barzahlung!

Anmeldung 

Anmeldung erforderlich!

Eine Anmeldung ist ausschließlich telefonisch in der Zeit von montags bis freitags zwischen 10 und 16 Uhr unter der Rufnummer 030 – 49 91 05 17 möglich.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt!
Pro Anmeldung vergeben wir maximal 4 Plätze!

KARTENVERKAUF 

Der Kartenverkauf für angemeldete Teilnehmer erfolgt am Tag der Führung an der zentralen Kasse (Brunnenstraße 105, 13355 Berlin, Pavillon neben dem Eingang des U-Bhf. Gesundbrunnen, vor „Kaufland“, Ausgang → Humboldthain, Brunnenstraße).

Öffnungszeiten

Keine Kartenzahlung – Nur Barzahlung möglich!
Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Berliner Unterwelten e.V.

Lageplan

TREFFPUNKT (MIT EINTRITTSKARTE) 

Bad- / Ecke Hochstraße, gegenüber dem Gesundbrunnen-Center

Lageplan

ÖPNV 

S+U Gesundbrunnen, Bus 247

Stand: 22.12.16 Seitenanfang