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2672_Vorwort

Vorwort

Die Ausstellung ]Mythos Germania[ stellte auf über 40 Tafeln die heute noch in Berlin sichtbaren oder spürbaren Folgen der Planung des „Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt“ Albert Speer und seiner Behörde dar.

Die nachfolgenden Seiten geben in gekürzter Fassung einen Einblick in ausgewählte Themen, sie stellen damit nur einen geringen Ausschnitt der gesamten Ausstellung dar.

]Mythos Germania[ Schatten und Spuren der Reichshauptstadt

2651_Organisationsapparat

Organisationsapparat

Beispiel: Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt


Wenn die Pläne Hitlers zur Eroberung Europas und der Ausgang des Zweiten Weltkriegs aus seiner Sicht erfolgreich gewesen wären, hätte dies eine grundlegende Umgestaltung der Reichshauptstadt und eine weitgehende Zerstörung der gewachsenen historischen Stadtstruktur Berlins zur Folge gehabt. Als ausführendes Organ dieser Planungen wurde der Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt bestimmt – eine Behörde, die am 30. Januar 1937, dem vierten Jahrestag der „Machtergreifung“, durch einen Erlass Hitlers eingerichtet wurde. Sie war eine der für die NS-Zeit typischen Sonderbehörden, die in diesem Fall auf die Person Albert Speer (1905–1981) zugeschnitten war.

2654_Stadtplanung

Stadtplanung

Beispiel: Ringstraßen und Achsenkreuz


Bei der Planung überbreiter Repräsentationsstraßen, mit denen Mitte 1933 begonnen wurde, gingen der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen Fritz Todt (1891–1942) und die „Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen e.V.“ (Gezuvor) von der Annahme aus, dass die Fahrgeschwindigkeit knapp 10 Jahre später bei maximal 180 km/h und die Anzahl der Automobile mit 3 Mio verdoppelt sein würde. Da Berlin in der Innenstadt mit Verkehr bereits stark belastet war, sollten die Autobahnen um das Stadtgebiet herumgeführt und das Zentrum über Verteilerstraßen mit zwei Ringstraßen erreicht werden.

2655_Architektur

Architektur

Beispiel: Die monumentale Gestalt

Die nationalsozialistischen Planungen für den Umbau Berlins stellten sich nicht nur in die Tradition des deutschen Klassizismus des 18. und 19. Jahrhunderts, sondern sind auch im Kontext des europäischen Monumentalklassizismus des frühen 20. Jahrhunderts zu betrachten. Gerade für repräsentative Bauaufgaben empfahl sich nun eine Architektur der vereinfachten klassischen Formen, die sich weniger an antiken Vorbildern denn an den klassizistischen Nachschöpfungen orientierte. Das Streben nach imponierender Größe manifestierte sich nicht selten in kalten, abweisenden Formen.