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Newsletter November 2009

Sehr geehrte Damen und Herren.

Mit dem dritten Newsletter des Jahres 2009 wollen wir Ihnen Hinweise zu Veranstaltungen, Kooperationen und Aktivitäten des Berliner Unterwelten e.V. geben.

  1. Gedenktafeln zum Thema „Fluchttunnel“
  2. Holodomor – Der unbekannte Völkermord
  3. „Tänzerin hinter Stacheldraht“ am 28.11.2008
  4. ]Mythos Germania[ noch bis 31.12.2009
  5. Der Informationsort Schwerbelastungskörper
  6. Zivilschutzbindung für Berl. Schutzanlagen entfällt
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1. Gedenktafeln zum Thema „Fluchttunnel“

Bronzene Gedenktafel

Figur Mauerspringer

Am Freitag, den 6. November 2009 übergeben wir der Öffentlichkeit zwei neue Gedenktafeln zum Thema Fluchttunnel. Im Beisein von Innensenator Ehrhart Körting und Bezirksbürgermeister Christian Hanke wird zuerst eine Tafel präsentiert, die an den letzten großen, aber gescheiterten Fluchttunnel aus dem Jahr 1971 erinnert. Dann erfolgt die Übergabe einer Bronzetafel, die vom Berliner Unterwelten e.V. gestiftet wurde und dem erfolgreichen „Tunnel 29“ aus dem Jahr 1961 gedenkt. Es sprechen:

  • Dietmar Arnold, Vorsitzender des Berliner Unterwelten e.V.
  • Dr. Ehrhart Körting, Innensenator von Berlin
  • Dr. Christian Hanke, Bezirksbürgermeister von Berlin Mitte
  • Dr. Maria Nooke, stellvertretende Direktorin der Gedenkstätte Berliner Mauer
  • Hasso Herschel, Fluchthelfer und Tunnelgräber
  • Ulrich Pfeifer, Fluchthelfer und Tunnelgräber

Im Anschluss präsentiert Caro Kunde live ihren Fluchttunnelsong „Frei“. Danach erfolgt gegen 10.15/10.30 Uhr die Übergabe der Gedenktafel am Hause Brunnenstraße 141 zum gescheiterten Tunnel von 1971, dann die Übergabe der bronzenen Gedenktafel am Hause Schönholzer Straße 7 („Tunnel 29“).

Wer sich noch weiter mit dem Thema auseinandersetzen möchte, dem sei der Vortrag „Faszination Freiheit – Die Fluchttunnel von Berlin“ empfohlen. Neben den Autoren Sven-Felix Kellerhoff und Dietmar Arnold werden noch der Fluchthelfer Dr. Burkhart Veigel und Evi Rudolph, die durch den „Tunnel 29“ in den Westen gelangte, zu Wort kommen.

Zudem wollen wir bekannt geben, dass der Verein die Skulptur „Mauerspringer“ erworben hat, die derzeit noch an der Bernauer Straße 32 steht und an den Sprung des NVA-Soldaten Conrad Schumann am 15. August 1961 über den Stacheldraht an der Ecke Ruppiner Straße erinnert. An der Skulptur waren zwei andere Institutionen interessiert. Unser Anliegen jedoch ist es, die Skulptur möglichst nahe des Originalschauplatzes in Berlin-Mitte an Bereich Bernauer Straße zu erhalten und für diesen Standort zu sichern.

Veranstaltungsdetails Gedenktafel 

Treffpunkt: Brunnenstraße 141 (10115 Berlin), U-Bhf. Bernauer Str.
Eintreffen der Gäste ab 9 Uhr; Beginn: 9.30

Veranstaltungsdetails Vortrag 

Termin: Montag, 16.11.2009, 19.30 Uhr
Ort: Konrad-Adenauer-Stiftung, Tiergartenstr. 35 in 10785 Berlin

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2. Holodomor – Der unbekannte Völkermord

Holodomor, Hungerndes Mädchen Hungerndes Mädchen auf einer Straße in Charkiw

Im Jahr 2007 trat eine Ausstellung ihren Weg um die Welt an, um eines der schwärzesten Kapitel des 20. Jahrhunderts zu thematisieren: Die durch das kommunistisch-stalinistische Regime herbeigeführte Hungersnot 1932–1933 in der damaligen Sowjetukraine und in der vorwiegend von Ukrainern bewohnten Region Kuban im Nordkaukasus (Sowjetrussland), die das Leben von fast 10 Millionen unschuldiger Menschen kostete – den Holodomor.

Zum 76. Gedenktag des Holodomor wird sich das dokumentartheater berlin dem Thema in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Ukraine im November 2009 künstlerisch und dokumentarisch widmen. „Holodomor – Der unbekannte Völkermord 1932–1933“ ist eine außergewöhnliche Kombination zwischen Ausstellung, szenischer Lesung von Zeitzeugenberichten und Gesang, die durch die beeindruckenden Räumlichkeiten im Bunker am Blochplatz in Berlin Mitte führen wird.

Die durch die Stiftung Ukraine 3000 unter der Präsidentschaft von Kateryna Juschtschenko, der Ehefrau des ukrainischen Präsidenten, entstandene Ausstellung polarisiert seit ihrer Premiere und entfacht Diskussionen, die helfen, diesen Völkermord Jahrzehnte danach an die Weltöffentlichkeit zu tragen. Bis zum heutigen Tag haben zahlreiche und Institutionen eine Resolution unterzeichnet, die den Holodomor offiziell als Völkermord am ukrainischen Volk anerkennen.

Veranstaltungsdetails 

Sonntag, 29.11.2009 bis Mittwoch, 16.12.2009
Jeweils sonntags und mittwochs, 19.30 Uhr
Bunker am Blochplatz, Bad- Ecke Hochstraße, 13357 Berlin
Karten: 12 €, erm. 9 €
Vorbestellung: (030) 499 105 17

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3. „Tänzerin hinter Stacheldraht“ am 28.11.2008

Momo und Brit

Zum Ende des Jahres verlässt das dokumantartheater berlin in den Unterwelten noch einmal seine regulären Spielstätten, den Bunker am Blochplatz und das Unterwelten-Museum in Berlin Mitte, um seine Produktion „Tänzerin hinter Stacheldraht“ am Samstag, den 28.11.2009 zu zeigen. Als Veranstaltungsort für diese seltene Aufführung des Bühnenstückes in Berlin konnte einer der wunderschönen, alten Berliner Ballsäle gewonnen werden: Der LabSaal Lübars.

Das Stück wurde die letzten Jahre mehrfach auf internationalen Festivals ausgezeichnet. Zu einem der Höhepunkte gehört sicherlich das Gastspiel beim Welt-Theaterfestival Mondial du Theatre in Monaco in diesem Sommer, wo sich das Ensemble über überwältigende Zuschauerreaktionen freuen konnte.

„Tänzerin hinter Stacheldraht“ ist die wahre Geschichte der Tänzerin Alla Rakitjanskaja. Im Zweiten Weltkrieg wird sie zur Zwangsarbeit aus der ehemaligen Sowjetunion nach Berlin deportiert und als Tänzerin für Propagandazwecke der Nazis missbraucht. Als der Krieg vorbei ist, wird sie – zurück in ihrer Heimat – unter Stalin zu 25 Jahren GULAG wegen Vaterlandsverrates verurteilt. Doch selbst im Arbeitslager geschieht etwas, das kein Stacheldraht und keine Diktatur dieser Welt verhindern kann: Die Liebe …

Veranstaltungsdetails 

Samstag, 28. November 2009, 20 Uhr
LabSaal Lübars, Alt-Lübars 8, 13469 Berlin
Eintritt: 13 €, 10 € und 5 €
Vorbestellungen: (030) 411 075 75, kontor [at] labsaal [dot] de

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4. ]Mythos Germania[ noch bis 31.12.2009

Plakat Mythos Germania

Im März 2008 öffnete der Berliner Unterwelten e.V. die Ausstellung ]Mythos Germania[, in der anhand heute noch nachvollziehbarer Folgen und Spuren im Bild Berlins die Planungen Albert Speers zwischen 1937 und 1943 dokumentiert werden. Diese Ausstellung war damit seit 25 Jahren die erste, die den aktuellen Forschungsstand zur „Germania“-Planung umfassend dokumentiert.

Die Ausstellung im Pavillon am Denkmal für die ermordeten Juden Europas wird nach dem 31. Dezember 2009 endgültig schließen. Nutzen Sie noch die letzten Monate zu einem Besuch. Bei Vorlagen einer Eintrittskarte zu unseren Führungen erhalten Sie den ermäßigten Eintrittspreis.

Die Ausstellung ist täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet, außer Dienstag und Donnerstag. Zur Ausstellung ]Mythos Germania[ bieten wir Ihnen einen kurzen Einführungsrundgang – jeden Mittwoch um 17 Uhr und jeden Sonnabend um 14 und 16 Uhr. Ein vertiefendes Rahmenprogramm in Form von Fachvorträgen ergänzt die Ausstellung an jedem 2. Mittwoch im Monat um 19 Uhr. Die nächsten Themen sind:

  • 11. November 2009
    Reisen zu Unbekannten, das Leben ehemaliger OST-Arbeiter
    Marina Schubarth, Regisseurin „das dokumentartheater berlin“
  • 9. Dezember 2009
    Filmnacht „Bunker – Die letzten Tage“
    Ein Werkbericht von Martina Reuter, Gavin Hodge und Frieder Salm
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5. Der Informationsort Schwerbelastungskörper

Schwerbelastungskörper

Zum diesjährigen Tag des Offenen Denkmals am 12. September 2009 wurde der sanierte Schwerbelastungskörper durch den Bezirk Tempelhof-Schöneberg der Öffentlichkeit übergeben. Nach zweijähriger Bauzeit wurde damit die sichtbarste Spur der Neugestaltungsplanung unter Albert Speer regelmäßig öffentlich zugänglich.

Neben dem Schwerbelastungskörper wurde das Grundstück begehbar hergerichtet, und es entstand ein Neubau aus Aussichtsplattform und Pavillon. Damit sind zukünftig in Kooperation zwischen den Museen Tempelhof-Schöneberg und dem Berliner Unterwelten e.V. nicht nur Führungen, sondern auch die Projektarbeit mit Jugendlichen oder weitergehende Veranstaltungen möglich. Auf Nachfrage bieten wir Gruppen und Schulen Führungen und Projektarbeit zur Stadtplanung des 20. Und 21. Jahrhunderts an.

Die Diskussion um das 1995 eingetragene Denkmal Schwerbelastungskörper ist Teil der Auseinandersetzung mit der Geschichte der Stadt Berlin, der sich der Berliner Unterwelten e.V. seit 1997 verschrieben hat. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit den Museen Tempelhof-Schöneberg und auf das Interesse von Ihnen.

Direktlink 

Artikel zum Schwerbelastungskörper

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6. Zivilschutzbindung für Berl. Schutzanlagen entfällt

Denkmalschutz Pankstraße, Blochplatz Stahl-Beton-Schwenktor des Atomschutzbunkers Pankstraße

Nach Beschluss der Bundesinnenministerkonferenz werden generell alle Schutzanlagen des Kalten Krieges, darunter auch die Berliner Zivilschutzanlagen kurz- bis mittelfristig aus der Bindung des Zivilschutzes entlassen. Erste Auswirkungen haben wir bereits zu spüren bekommen. So werden innerhalb der nächsten drei Monate die von uns bisher betreuten Zivilschutzanlagen, die Hochbunker Eiderstedter Weg und Eiswaldtstraße als Bundesimmobilie an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übergeben, die diese einer Verwertung zuführen wollen.

Wir haben uns daher entschlossen, die Betreuungsverträge für diese Zivilschutzanlagen aufzugeben, da eine weitere Wartung nun nicht mehr mit den Zielen und Zwecken unserer Vereinssatzung im Einklang steht. Eine gute Nachricht gibt es jedoch in diesem Zusammenhang: Die Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Mitte hat in ihrer letzten Sitzung am 15. Oktober 2009 beschlossen, die von uns betreuten unterirdischen Zivilschutzanlagen Blochplatz und Pankstraße unter Denkmalschutz zu stellen. So besteht die große Hoffnung, das wenigstens am Gesundbrunnen dieser besondere Teilaspekt des Kalten Krieges den kommenden Generationen erhalten bleibt.