Facebook Twitter RSS Login Sprachen
Schriftgröße
Kontrast

Verwandte Themen

Tagesübersicht
Touren und Veranstaltungen

« Oktober 2014 »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
29 30
1 2

Wochenübersicht
Touren

  2014 »
Kalenderwochen
1234

Schnellsuche

Newsletter Juli 2008

]Mythos Germania[ – Zwischenbericht einer Ausstellung am historischen Ort

Am 15. März 2008 wurde gegenüber dem Stelenfeld des Denkmals für die ermordeten Juden Europas die Ausstellung des Berliner Unterwelten e.V. ]Mythos Germania[ eröffnet. Seitdem haben sich über 21.000 Berliner und Berlinbesucher die Ausstellung angesehen. Dokumentiert werden die Spuren der Tätigkeit Albert Speers als Generalbauinspektor (GBI). Nach 24 Jahren wird das breite Publikum erstmals zwischen dem Standort der ehemaligen Neuen Reichskanzlei und der Akademie der Künste, einst Sitz des GBI, umfassend über den Stand der Forschung informiert.

Auf der Pressevorstellung betonten Bundesminister der Finanzen, Peer Steinbrück und Uwe Neumärker, Geschäftsführer der Gedenkstätte des Denkmals für die ermordeten Juden Europas, die Bedeutung der Ausstellung am historischen Ort. Die Ausstellung und der laufende Betrieb basieren ausschließlich auf dem Engagement und der Finanzierung des 1997 gegründeten Berliner Unterwelten e.V.

Besucher

Allein in der ersten zwei Woche besuchten über 9.000 Gäste aus Berlin, der Bundesrepublik und dem Ausland die Ausstellung im Pavillon. Zum Erfolg haben neben der Begleitung durch Dr. Wolfgang Schäche, und Dr. Felix Escher auch die Mitarbeit von Dr. Susanne Willems, wie auch Leihgaben des Landesarchivs Berlin, der Constantin Film AG und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beigetragen. Sonderführungen fanden für befreundete Vereine, für den Verband der Berliner Stadtführer e.V. oder auch den Lions-Club statt. Zudem wurden an Hand der Ausstellung mehrere Präsentationen für das Abitur und Diplomarbeiten unterstützt.

Interesse

Das besondere Medieninteresse an der Ausstellung ]Mythos Germania[ zeigte sich nicht zuletzt durch die vielfach positiven Berichte in der nationalen aber besonders der internationalen Presse. Rund 180 Berichte und Hinweise in Tages-, Wochen- und Fachpublikationen in insgesamt hoher Auflage und Berichterstattung in Rundfunk und Fernsehen sprechen für das Interesse. Seit dem 22. Juni 2008 – Langer Tag der Unterwelt im Unterwelten-Museum Berlin – liegt auch die deutsche Begleitbroschüre zur Ausstellung vor. Die Broschüre erschien in der Edition Berliner Unterwelten. Durch einen Imprint mit J.F.Lehmanns Media ist dieser Katalog unter der ISBN 978-3-86541-290-4 nicht nur beim Berliner Unterwelten e.V. sondern auch im allgemeinen Buchhandel erhältlich. Die englische Begleitbroschüre ist bereits in der Endfertigstellung und wird Ende Juli ebenfalls vorliegen.

Entwicklung

Im weiteren Verlauf wird die Ausstellung mit Sonderthemen vertieft werden. Auf der Terrasse des Pavillons wird der Blick über die Ländervertretungen, das Stelenfeld und die Rückseite des Pariser Platzes durch Panoramaaufnahmen der Grenztruppen der DDR ergänzt. Diese wurden vor zwanzig Jahren, im Jahre 1988 angefertigt und verdeutlichen den heute nicht mehr nachvollziehbaren Verlauf der Berliner Mauer in diesem Bereich. In Kooperation mit dem Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau und dem Historiker Helmut Bräutigam wird die Ausstellung „Arbeiterstadt `Große Halle´“ bis 30. August 2008 gezeigt. Diese beiden Sonderausstellungen werden am Freitag, den 18. Juli 2008 eröffnet. Darauf folgt in Zusammenarbeit mit dem Historische S-Bahn e.V. ab 30. August 2008 das Thema „Nordsüd-S-Bahn – Bau, Zerstörung und Wiederaufbau“.

Daneben ergänzen monatliche Veranstaltungen wie Diskussionen oder Vorträge die Ausstellung. Als Auftakt wurde mit der Akademie der Künste am 14. April 2008 eine Podiumsdiskussion mit Dr. Susanne Willems, Frau Glauning, Leiterin des Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, Dr. Wolfgang Schäche, Prof. Werner Durth und dem Historiker Alexander Kropp veranstaltet. Das Podium diskutierte mit dem zahlreichen Zuhörern die Gründe für das anhaltende wissenschaftliche Interesse an den Planungen Speers.

Denkmalschutz

Auch in seinem ureigenen Gebiet der Dokumentation und Denkmalschutz ist der Verein weiter verstärkt tätig. Mit Unterstützung des Natur- und Grünflächenamts Berlin Mitte und des Büros für Geophysik Lorenz wurden zwei Flachbunker im Volkspark Humboldthain geöffnet und unterirdische Hohlräume zwischen dem ehemaligen Leit- und Flakturm erkundet. Dabei konnten Formteile der Himmelfahrtskirche geborgen werden. Derzeit werden durch den Berliner Unterwelten e.V. Zugangsschächte zu den Flachbunkern angelegt, um eine regelmäßige Bauwerkskontrolle zu ermöglichen.

Durch den Beschluss der Innenministerkonferenz wurde die Bindung auch für Berliner Zivilschutzanlagen im Juni 2007 aufgehoben. Damit besteht aus Sicht des Berliner Unterwelten e.V. Handlungsbedarf, ausgewählte Zivilschutzanlagen aus der Zeit des Kalten Kriegs, die beispielhaft für das Schutzverständnis des ausgehenden 20. Jahrhunderts stehen, mit ihrer funktionsfähigen Technik und Ausstattung zu sichern. Durch den Verein konnte der Denkmalschutz bereits für Luftschutzanlagen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs erlangt werden. Er betreut in Abstimmung mit den jeweiligen Eigentümern die Denkmale Operationsbunker Teichstraße und Unterwelten-Museum Gesundbrunnen.

Seminare und Führungen

Seit 2003 bietet der Berliner Unterwelten e.V. Seminare zur Geschichte des Berliner Untergrunds an. Diese Veranstaltungen sind in vielen Bundesländern als Bildungsurlaub anerkannt. Jährlich nehmen etwa 140 Besucher das Angebot wahr, zwei bis fünf Tage an historischen Orten ihr Wissen zu Themen wie Verkehrsplanung, Denkmalschutz, Friedhofsgeschichte oder der politischen Seite des Untergrunds zu vertiefen. Der Klassiker „Das Unterirdische Berlin“ ist dieses Jahr bereits sechs Wochen vor Beginn ausgebucht.

Seit April 2008 hat der Berliner Unterwelten e.V. auch das Angebot seiner fremdsprachigen Führungen erweitert. Zwischen April und Oktober findet neben spanischen und englischen Führungen die Tour 1 „Dunkle Welten“ jeden Sonnabend um 13.00 Uhr auf Russisch und um 13.30 Uhr auf Polnisch statt. Sie und Ihre Gäste sind herzlich willkommen.

das dokumentartheater berlin

In Kooperation mit dem Festival Internacional de Teatre Amateur in Girona/Spanien wurde im Bunker am Blochplatz am 20. Juni 2008 mit großen Erfolg das Theaterstück "BAULA" aufgeführt -> www.fitag.cat/2008/cat/berlin.html . In Fortsetzung dieser Zusammenarbeit wird das dokumentartheater berlin sein Stück „… und der Name des Sterns heißt Tschernobyl“ vom 26. bis 29. Juni in Girona aufführen. Der Spielbetrieb in den Bunkern am Gesundbrunnen geht weiter. Nach einer kurzen Spielpause im Juli sind die nächsten Termine

– 8. August 2008 Gesichter des Krieges,
– 2. / 9. August 2008 … und der Name des Sterns heißt Tschernobyl.

Für Schulklassen werden auf Anfragen zusätzliche Aufführungen zu gesonderten Terminen gegeben.

Ausstellung „einhalten“ im U-Bahnhof Gesundbrunnen

Wir wollen desweiteren auf eine Ausstellung aufmerksam machen, die seit dem 27. Juni 2008 im U-Bahnhof Gesundbrunnen zu sehen ist. Die Künstler Michael von Brentano, Exa Concept, François Pont, Brigitte Santschi, Jean Scheurer und Felix Weinold eröffneten im Rahmen einer Vernissage die Ausstellung „einhalten – Kunst in der U-Bahnstation Gesundbrunnen“, die bis zum 27. September 2008 andauern wird. Zur Vernissage sprachen u.a.: Dr. Christian Hanke (Bezirksbürgermeister von Mitte); Andreas Sturmowski (Vorstandsvorsitzender der BVG), Dietmar Arnold (Vorsitzender Berliner Unterwelten e.V.), Graziosa Giger-Caminada (Galeristin aus Leuk-Stadt) Roberto Schmidt (Gemeindepräsident und Nationalrat, Leuk-Stadt) sowie Catherine Scharf-Chevalley (Kulturattaché Schweizerische Botschaft, Berlin). Eine der gezeigten Kunstinstallationen ist eine direkte Live-Schaltung zur Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands.

Weitere Informationen zur Ausstellung ]Mythos Germania[, zu den Bildungsseminaren und allen Aktivitäten des Berliner Unterwelten e.V. erhalten Sie über unsere Internetseite www.berliner-unterwelten.de


BERLINER UNTERWELTEN e.V.
Brunnenstraße 105
13355 Berlin – Wedding

T: +49 (0)30 49 91 05 17
F: +49 (0)30 49 91 05 19
M: buero [at] berliner-unterwelten [dot] de
W: berliner-unterwelten.de

Vereinsregister: 17912Nz
Amtsgericht: Berlin-Charlottenburg
Vorstand: D. Arnold, S. Gier, S. Keil