Da wird in einem Berliner Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg der Personalausweis eines Franzosen aus Paris gefunden. Der Verein Berliner Unterwelten meldet es dem französischen Journalisten Jean-Paul Picaper. Die Suche führt unter anderem zu dem Franzosen Marcel Elola. Er war 21, als er im März 1943 in Paris von der französischen Polizei den Deutschen zur Zwangsarbeit übergeben wurde. Elola erzählt: Berlin im Krieg mit den Augen eines Pariser Spitzbuben – sozusagen aus der Froschperspektive. Zunächst in Oranienburg eingeliefert, hat er Glück: als gelernter Fleischer kommt er in einem privaten Betrieb in Berlin-Schöneberg unter. Schöne Berliner Frauen umgarnen den jungen Franzosen. Später einem SS-Versorgungsbetrieb zugeteilt, überlebt er durch ein Wunder einen Bombenangriff, rettet Berliner Kinder, erlebt die Nazibonzen, den Schwarzmarkt und den Untergang der Stadt in den weit verzweigten Tunneln des U-Bahnhofs Alexanderplatz. Von den Sowjets nach Odessa deportiert, flüchtet er mit zwei deutschen Kriegsgefangenen wieder westwärts.
Marcel vermittelt mit feiner Ironie und in lakonischen Sätzen ein „waschechtes“ Stimmungsbild der untergehenden Reichshauptstadt. Der langjährige Deutschlandkorrespondent von „Le Figaro“, Jean-Paul Picaper, konfrontiert Elolas Schicksal mit Zeitzeugenaussagen weiterer französischer Zwangsarbeiter im Inferno des Krieges. Schon damals mündete manche Begegnung der Exoten aus Frankreich mit zu „Volksgenossen“ zurückgestuften Deutschen öfter in Freundschaft als in Feindschaft, was die Tragik und Sinnlosigkeit des Krieges deutlich macht.
Mit Witz und Chuzpe erzählt, aber alles andere als heiter.
Autor: Marcel Elola
Erschienen in: Edition Berliner Unterwelten
ISBN: 3-9809641-3-2
Preis: 10,– €
Dieses Buch ist derzeit vergriffen. Eine Neuauflage ist für 2013 in Planung.