Berlin war als Reichshauptstadt und ist als Bundeshauptstadt Drehscheibe des nachrichtendienstlichen Untergrundes. Das Bildungsseminar beleuchtet in Ortsbesichtigungen und Vorträgen unter anderem die Tätigkeiten der Spionagedienste in der Weimarer Republik, das Erbe des General Gehlen und die heutige Arbeit des Kontrollausschusses für Verfassungsschutz.
Programmbeschreibung
In zwei Tagen, jeweils von 9 bis 17 Uhr, inklusive Pausen, sind wir mit Ihnen zu den Orten von Spionage und Gegenspionage in den verschiedenen Jahrzehnten Berlins unterwegs. Die Vorträge, Ortsbesichtigungen und Gespräche sind in jeweils zwei Vormittags- und zwei Nachmittagsblöcke, zu je 90 Minuten eingeteilt. Die Pausen geben Ihnen Gelegenheit zu entspannen oder das Gesehene und Gehörte bei einer Stärkung ungezwungen weiter zu vertiefen. Natürlich ist für Sie die Zeit für ein gemeinsames Mittagessen eingeplant.
Mit der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie ein ausführliches Seminarprogramm, das vorbehaltlich letzter Änderungen ist.
Am ersten Tag werden Sie den Veranstalter, den Berliner Unterwelten e.V., und das detaillierte Programm für diesen und den folgenden Tag kennenlernen. Wegen der umfangreichen Koordination verschiedener Referenten und Ortstermine, kann es vereinzelt zu Änderungen im Ablauf kommen. Einzelheiten des Ablaufes und der Organisation werden Ihnen genau erläutert.
Die Gedenkstätte Hohenschönhausen und das Deutsch-Russische Museum sind ein Anlass mit Ihnen an die unsichtbare Front des Kalten Krieges zurückzukehren. Die ehemalige Festungspionierschule in Berlin-Karlshorst wurde in der DDR zum „Museum der bedingungslosen Kapitulation des faschistischen Deutschland im Großen Vaterländischen Krieg“. Buchautor Hans-Michael Schulze nimmt Sie mit in die Zeit der sowjetischen Militäradministration (SMAD), die hier im ehemaligen Offizierskasino ihren Sitz hatte. Auch die Abhörtätigkeit des ehemaligen Militärischen Nachrichtendienstes der Nationalen Volksarmee wird erläutert und ein Führungsoffizier der Hauptverwaltung für Ausbildung (HVA) des Ministeriums des Innern der DDR berichtet aus seiner früheren Tätigkeit. Wo sind die Spione nach Auflösung der Blöcke geblieben?
Die verdeckt arbeitenden Agenten der DDR-Geheimpolizei wohnten seit 1951 bevorzugt in den Villen rund um den Ober- und Orankesee – ein Programmpunkt wird näher auf diesen Umstand eingehen.
Der Mauerbau zwischen Ost- und Westberlin zwang die Berliner zu waghalsigen Fluchten, um den Kontakt zu Familien und Freunde nicht zu verlieren. Der Berliner Unterwelten e.V. widmet sich natürlich bevorzugt den unterirdischen Tunnelfluchten am Brennpunkt der Bernauer Straße. Vom Tunnel 29 bis zum Tunnel 57, von gelungenen und gescheiterten Fluchttunnelprojekten, auch durch die Berliner Kanalisation werden Sie in diesem Seminar mehr erfahren.
Auch das Berliner Verkehrsnetz wurde durch den Mauerbau getrennt. Es entstanden Geisterbahnhöfe, die in einen jahrzehntelangen Schlaf fielen und heute noch Spuren aufweisen, die ein Spiegelbild der politischen Teilung der Stadt sind.
Melden Sie sich für dieses Seminar über das Anmeldeformular an.
In 2013 derzeit keine Termine, aber gerne individuell für Gruppen buchbar.
70,– €
Inwieweit Sie bei Ihrem Arbeitgeber Anspruch auf Bildungsurlaub geltend machen können, entnehmen Sie bitte unseren Anerkennungen nach den Bildungsgesetzen der Länder.
Grundlegendes und Wissenswertes zum Thema erfahren Sie in der Rubrik Bildungsurlaub.
11. Mär. 2012 - 19:55 Schrozberg Baden-Württemberg1. Steffen Barthelmäs
Auch beim Kurzseminar "Hauptstadt der Spionage" mit dem Schwerkpunkten "Spionage während des Kalten Krieges" und "Stasi" stellen die Berliner Unterwelten wieder einmal unter Beweis, dass sie wirkliche Profis im Bereich der geschichtlichen Bildung sind. Buchautor Hans-Michael Schulze als Seminarleiter und Referent ist für dieses Seminar wirklich die Idealbesetzung. Sein Wissen auf diesem Gebiet ist mehr als beachtlich und seine Art der Informationsvermittlung macht es den Seminarteilnehmern nicht schwer, konzentriert zuzuhören. Die Zeitzeugen zu den Themen Spionagetunnel und Stasigefängnis Hohenschönhausen verstanden es ebenfalls ausgezeichnet, die Seminarteilnehmer in die damalige Zeit mitzunehmen.
Neben Hans-Michael Schulze gebührt natürlich auch Seminarleiter Jürgen Wedemeyer und Mitarbeiterin Melanie Beckert für die wie gewohnt hervorragende Organisation des Seminars ein gigantisches Lob und herzlichen Dank!