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Geschichte

Die „Oswald Berliner-Weizenbier-Brauerei“ wurde um 1869 von einem jüdischen Unternehmer aus Breslau in der Brunnenstraße 140/143 eröffnet. Ursprünglich tauchte dieser Braustandort, der sich heute im Ortsteil Mitte an der Grenze zu Gesundbrunnen befindet, bereits in den 1850er Jahren auf. Mehrere Brauer betrieben hier eine kleine Gastwirtschaft mit eigenem Braubetrieb.
Oswald Berliner war es, der schließlich erstmals das in Berlin bis dahin unbekannte Weizenbier herstellen ließ. Die Herstellung dieses untergärigen Bieres nach „Bayerischer Brauart“ erfordert konstant kühle Temperaturen, die in unterirdischen Gär-, Lager und Eiskellern auch im Sommer eingehalten werden konnten. Der Brauunternehmer Berliner vervielfachte in den folgenden Jahren die Produktionsmenge und dehnte den Betrieb räumlich aus. Es entstanden mehrere neue Lagerkeller auf dem Areal zwischen der Rheinsberger, Strelitzer, Bernauer und Brunnenstraße.
Im Strudel des Ersten Weltkriegs führten – wie bei den meisten anderen Unternehmen in der hauptstädtischen Bierbranche – die Umsatzeinbußen zum finanziellen Ruin. In den Jahren 1916 bis 1918 wurde der Braubetrieb notgedrungen eingestellt. Die Brauerei wurde geschlossen. Das Grundstück, die Braukontingente und die Markenrechte an Oswald Berliners Bieren gingen an die deutschlandweit organisierte „Engelhardt“-Brauereigesellschaft.
Die erhalten gebliebenen Kellergewölbe unter dem Grundstück an der Brunnenstraße sind wahrscheinlich die ältesten in diesem Ensemble. Sie wurden, im Gegensatz zu weiteren Tonnengewölben unter dem Gelände, im Zweiten Weltkrieg nicht für Luftschutzmaßnahmen oder unterirdischer Rüstungsproduktion verwendet. Die Gewölbe mit den Luftschutzräumen wurden im April 1946 von den Sowjets gesprengt. Nach dem Abriss der Häuser infolge des Mauerbaus an der Bernauer Straße ließ die DDR die vorhandenen Hohlräume mit der Abbruchmasse verfüllen. Dies verhinderte zusätzlich das „Untergraben“ des Mauerstreifens an dieser Stelle.