Facebook Twitter RSS Login Sprachen
Schriftgröße
Kontrast

Tagesübersicht
Touren und Veranstaltungen

« März 2012 »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
27 28 29 1 2 3 4
7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1

Wochenübersicht
Touren

  2013  
Kalenderwochen
151617181920
35

Schnellsuche

Geschichte der Berliner Flaktürme

Fast genau ein Jahr nach Kriegsbeginn, es ist die Nacht vom 25. zum 26. August 1940, gelingt es der Royal Air Force erstmalig, Berlin zu bombardieren. Zwar sind es zunächst nur 22 Flugzeuge, die die Reichhauptstadt erreichen, aber der verbreitete Irrglaube, Berlin läge außerhalb der Reichweite alliierter Flugzeuge, ist widerlegt. In den darauf folgenden Nächten heulen die Sirenen immer wieder, bis Ende September 1940 fast täglich. Als sich nun immer mehr herausstellt, dass die Luftverteidigung der Stadt unzureichend ist, wird bei einer Besprechung am 9.September 1940 durch Hitler festgelegt, „in Berlin an mehreren Stellen … Luftwehrtürme zu errichten“, die von ihm selbst auch gleich skizziert werden. An die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile, insbesondere der Luftwaffe, ergeht ein „Führerbefehl zur Aufstellung von Flaktürmen in Berlin“. Dieser Befehl wird bis Ende 1942 auf Hamburg und Wien ausgedehnt. Es beginnt ein Bauprogramm, dass das Stadtbild dieser Orte nachhaltig verändern wird.

1981_Planung_und_Bau_der_

Planung und Bau der Berliner Flaktürme

Ursprünglich plant Hitler, in Berlin sechs Flaktürme errichten zu lassen. Später wird die Zahl auf drei Türme reduziert. Man entschließt sich für die Standorte Tiergarten, Friedrichshain und Humboldthain. Als Flakturm wird jeweils ein Flakturmpaar, bestehend aus dem Gefechtsturm (G-Turm) und dem Leitturm (L-Turm), bezeichnet. Hitler persönlich fertigt Skizzen zur baulichen Gestaltung der „Luftwehrtürme“ an, die er eine Woche später dem Generalbauinspektor Albert Speer zur weiteren Verarbeitung vorlegt.

Bereits kurz darauf, am 20. September 1940, kommen im Reichsluftfahrtministerium die Verantwortlichen von Luftgau, Flakartillerie, Luftwaffenführungsstab, Oberkommando der Marine (OKM), sowie Albert Speer als Generalbauinspekteur (GBI) und Fritz Todt als Reichsminister für Bewaffnung und Munition zusammen, um die militärischen Anforderungen und die baulichen Eckdaten zu erörtern.

Was Größe und Bewaffnung der Türme anbelangt, wird festgelegt, daß „hierfür ein 4- bzw. 8-eckiger Bau auszuführen ist, an dessen Ecken jeweils ein schweres Geschütz eingebaut wird. In der Mitte soll ein Feuerleitgerät Aufstellung finden. Die Maße sind etwa 35 m von Mitte Feuerleitgerät bis Mitte Geschützbettung. Dieser sogenannte „Batterieturm“ soll außer diesen 4 großkalibrigen Kanonen noch 4 Geschütze 2cm Flak (Vierling) erhalten, zur Abwehr von Tiefangriffen …“ Später verständigt man sich über den Bau der zugehörigen Befehlstürme (später auch „Leittürme“ genannt), auf denen die Feuerleitgeräte Aufstellung finden sollen. Die L-Türme erscheinen nötig, da man die Ortungsgeräte aufgrund der starken Rauchentwicklung der Geschütze im Abwehrkampf mindestens 300 m entfernt aufstellen muß, um Ihre Wirkung nicht zu beeinträchtigen. Über die Leittürme wird festgehalten: „Dieser Turm soll etwa die gleichen äußeren Maße erhalten wie der Batterie-Turm. Lediglich die Fundamente können leichter gehalten werden, da die großen Drücke der schweren Kaliber hier nicht auftreten. Auf diesem Befehlsturm sollen aufgestellt werden: 1 Kommandogerät, 1 Flakmessgerät, 1 Horchgerät, 1 Flakscheinwerfer (nur bei Ausfall des Feuerleitgeräts.)“

Somit sind die technischen und militärischen Erfordernisse abgesteckt. Speer, der von Hitler mit der architektonischen „Ausgestaltung“ beauftragt worden ist, übergibt die konstruktive und technische Ausführung an Todt, der seinerseits seinen „Brückenarchitekten“ Friedrich Tamms für die neue Aufgabe heranzieht. Während bereits am 14. Oktober 1940 mit den Vorarbeiten für den ersten Flakturm im Tiergarten begonnen wird, fertigt Tamms einen Lageplan, neun Grundrisse, Ansichten, Fassadenentwürfe und Schnitte, sowie ein Modell an, welche er Speer am 25. Oktober vorstellt.

Aus der Besprechung vom 20. September ergeben sich für den Geschützturm im Tiergarten Abmessungen von ca. 70 x 70 m Grundfläche bei einer Höhe von ca. 39 m, da der Geschützturm die Bäume des Tiergartens überragen soll. Der Leitturm wird entgegen der ursprünglichen Planung bei gleicher Höhe jedoch mit einer Grundfläche von ca. 23 x 50 m ausgeführt. Vom Aussehen erinnert der G-Turm mit seinem quadratischen Grundriß, den viereckigen, sieben Meter herausragenden Ecktürmen und den achteckigen „Turmkronen“ der schweren Geschützstände an ein mittelalterliches Kastell. Der L-Turm in seiner schlanken Form, den im oberen Bereich ebenfalls eine Geschützplattform für leichte Flak umringt, wirkt dagegen eher futuristisch. Bereits sechs Monate nach Baubeginn sind die Türme im Tiergarten fertiggestellt. Allein der Gefechtsturm verschlingt ca. 100.000 Kubikmeter Beton, 10.000 Tonnen Stahl und kostet 45 Mio. Reichsmark. Neben regulären Arbeiterkräften von Berliner Baufirmen werden Kriegsgefangene und Zwangsverpflichtete Tag und Nacht an der Großbaustelle eingesetzt.

Während im Tiergarten noch betoniert wird, beginnt man im Friedrichshain schon mit den Vorarbeiten für das nächste Turmpaar. In gleicher Bauart werden hier von April bis Oktober 1941 G- und L-Turm errichtet. Nachdem man sich am 19. Juni 1941 bei einem Vororttermin im Humboldthain endgültig auf die Lage für das dritte Flakturmpaar in Berlin festlegt, beginnen im Oktober 1941 auch hier die Betonarbeiten, die 1942 im April abgeschlossen sind.

Am nördlichen Parkrand entsteht nahe des heutigen Ringbahngrabens der Geschützturm, an der Gustav-Meyer-Allee gegenüber dem AEG-Gelände wächst der L-Turm in die Höhe. Aus Aufzeichnungen Speers geht hervor, daß Hitler sich insbesondere für die Erfahrungen interessiert, die man hinsichtlich des Betonierens bei großer Kälte macht. Hitler äußert Bedenken bezüglich der Eigenschaften des unter Extrembedingungen abgebundenen Betons. Es sollen sogar Beschußversuche an unter ähnlichen Bedingungen gegossenem Beton angeordnet worden sein.

Ein geplantes viertes Flakturmpaar in der Hasenheide im Süden Berlins wird nicht mehr realisiert. Die Geschütztürme in Berlin werden mit den römischen Ziffern I bis III bezeichnet und unterscheiden sich in Konstruktion und Ausführung nur geringfügig voneinander.

1982_Konstruktion_Ausstat

Konstruktion, Ausstattung und Bewaffnung

Die Flakbunker der ersten Bauart erhalten ihre enorme Stabilität durch eine massive Außenhülle (Wandstärke bis zu 2,6m, Abschlußdecke 3,8 m) und ein inneres Stützskelett, jeweils in selbsttragender Bauweise errichtet, so daß der Wegfall der Außenwände oder der Einsturz der Stockwerke die Gesamtstatik nicht beeinträchtigen würde. Eine ausgefeilte Material- und Arbeitskräftelogistik gewährleistet, daß „in einem Guß“ gearbeitet wird, d.h. daß es insbesondere beim Betonieren nicht zu Unterbrechungen kommt, um Baufugen durch unterschiedliches Abbinden des Betons zu vermeiden und somit die Festigkeit beeinträchtigt wird. In jedem Kubikmeter Beton werden zudem 50 kg Stahl verarbeitet. Die G-Türme der Bauart 1 erhalten 6 Stockwerke (incl. Erdgeschoss) und die obere Gefechtsplattform. Die Nutzung der einzelnen Etagen der G-Türme variiert von Fall zu Fall.

In allen G-Türmen sind im Erdgeschoss die Munitionskammern untergebracht. Von ihnen führen Kettenaufzüge für den Transport der schweren Munition bis zur oberen Gefechtsplattform und enden dort in 72 Tonnen schweren Panzerkuppeln. Erdgeschoss, 1. und 2. Stock dienen der Zivilbevölkerung als Schutzräume bei Luftangriffen. Die G-Türme bieten offiziell 15.000 Menschen Schutz, sind allerdings regelmäßig stark überbelegt. Der 3. Stock dient je nach Turm als Lazarett, beherbergt Büroräume oder Rüstungsproduktion. Im 4. und 5. Stock werden die Soldaten der Flak untergebracht, diese Bereiche sind anfangs ausschließlich dem Militär zugänglich. Der Turm verfügt über mehrere Treppenhäuser und Aufzüge. Auf die obere Gefechtsplattform gelangt man über Außentreppen, die von der unteren Gefechtsebene der leichten Flak (5.Stock) nach oben auf das Turmdach zu den Ständen der schweren Geschütze führen.

Bewaffnet werden die G-Türme vorerst mit je vier Geschützen 10,5 cm Marineflak, die ab August 1942 durch das neuentwickelte Geschütz 12,8 cm Flakzwilling 40 ersetzt werden. Auf der unteren Gefechtsebene installiert man unterschiedliche Waffen. Hier kommen die Flakgeschütze 2 cm Flak 38 und 2 cm Flakvierling 38, sowie 3,7 cm Flak 43 und 3,7 cm Flakzwilling 43 zum Einsatz. Der zentrale Leitstand auf dem Turmdach wird mit einem Kommandogerät 40 mit Entfernungsmeßgerät auf 4 m Basis ausgerüstet. Die Bezeichnungen der Geschütze beziehen sich auf das Jahr ihres Entwicklungsabschlusses.

Die L-Türme der Bauart 1 erhalten einschließlich des Erdgeschosses ebenfalls sechs 6 Stockwerke. Auch im L-Turm werden Luftschutzplätze für die Zivilbevölkerung eingerichtet. Desweiteren lagert man in den Türmen, insbesondere im Friedrichshain und Tiergarten, Kunst- und Kulturgüter, Archive usw. bombensicher ein. Auf den Dächern der L-Türme werden die Geräte zur Ortung der anfliegenden Verbände und Ermittlung der Schußwerte installiert. Es handelt sich dabei um ein Funkmeßgerät des Typs „Würzburg-Riese“, welches mittels Hebebühne in einem Schacht versenkt werden kann, ein „Würzburg A“ oder „Ansbach-Gerät“ sowie ein Kommandogerät 40, ein Entfernungsmesser auf 4m-Basis (L-Turm Humboldthain später 10m-Basis) und verschiedene Fernmeldeeinrichtungen. Die Bewaffnung der unteren Ebene besteht aus 2cm Flak/Flakvierling 38 und 3,7cm Flak/Flakzwilling 43. Geplant ist daüberhinaus eine spätere Aufstellung von 5cm Maschinenflak 41, die jedoch nicht mehr zur Ausführung kommt.

1983_Militrische_und_prop

Militärische und propagandistische Bedeutung

Militärisch betrachtet handelt es sich bei den Flaktürmen lediglich um eine mit beträchtlichen Kosten und Anstrengungen „künstlich in die Höhe gehobene“ Flakbatterie. Da eine feldmäßige Aufstellung der Flakbatterien im eng bebauten Innenstadtraum nicht möglich ist, muss eine erhöhte Position der Geschütze künstlich geschaffen werden. Aus der Aufstellung der Feldflak resultiert die Größe und Anordnung der Türme. Durch das enorme Gebäudevolumen entstehen gleichzeitig Schutzräume für eine Vielzahl von Personen. Die Bauausführung unterliegt der Luftwaffe, so dass von reinen militärischen Bauten ausgegangen wird. Allerdings plant man bereits Schutzplätze für die Zivilbevölkerung mit ein. Dies wird in der zeitgenössischen Literatur auch propagiert, jedoch sind die oberen Etagen nur dem Luftwaffenpersonal vorbehalten. Selbst die Aufzugsführer dürfen nur mit einem Sonderausweis in diese militärischen Ebenen hinauffahren. Das Abwehrfeuer der schweren Flak hat zur Folge, daß anfliegende Verbände in die Höhe gedrückt werden und somit eine gezielte Bekämpfung der Infrastruktur erschwert wird. Nachteil einer ortsfesten Flak ist, daß sie bereits nach dem ersten Angriff lokalisiert und zukünftig gezielt bekämpft werden kann.

Somit ist den Flaktürmen militärisch kein größerer Erfolg als herkömmlichen Flakstellungen zuzusprechen. Betrachtet man im Gegenzug den mit ihrem Entstehen verbundenen Kostenaspekt im Bezug auf den Schutzraumbau, so stellt man fest, daß unter gleichem Kostenaufwand und Materialeinsatz eine fast zehnmal größere Menge „herkömmlicher“ Luftschutzplätze hätte geschaffen werden können. Propagandistisch gesehen verfehlten die Flakbunker aufgrund ihrer gigantischen Ausmaße und der „Heimlichtuerei“ um ihre technische Ausstattung ähnlich wie die sog. „Wunderwaffen“ ihre Wirkung allerdings nicht. Zu „Schieß-Domen“ und zu einer „baulichen Kulturleistung“ hochstilisiert, sollen die Flakbunker, entsprechend umgestaltet, nach dem Endsieg zu Heldendenkmälern und Kultstätten werden.

1984_Die_Berliner_Flaktrm

Die Berliner Flaktürme nach dem Krieg

Aufgrund der Zerstörung der städtischen Bebauung sind die Betonriesen in der Nachkriegszeit gefragte Objekte, da sie kaum Kriegsschäden davongetragen haben. Der G-Turm im Tiergarten z.B. beherbergt noch immer das vollständig eingerichtete ehemalige Luftwaffenlazarett XII/3, woraufhin im August 1945 eine Zweigstelle des Robert-Koch-Krankenhauses aus Moabit hier einzieht. Im G-Turm Humboldthain beziehen Wirtschafts- und Handwerksbetriebe die Räumlichkeiten, u.a. auch eine Spezialfirma für Sprengungen von Ruinen. Sie wird in den nächsten Jahren nicht über Auftragsmangel zu klagen haben, denn die Nutzung der Bunkerbauten wird größtenteils nur eine temporäre sein. Während Tamms bei seinen Entwürfen eine Nachkriegsnutzung in Erwägung gezogen und deshalb bereits Fensteröffnungen eingeplant hatte, sehen die Alliierten die Flaktürme als „schwere Gefechtsgebäude“ an und setzen sie gemäß der Direktive Nr. 22 des alliierten Kontrollrates vom 6. Dezember 1945 ganz oben auf die Liste der zu beseitigenden Bauwerke. In Berlin als ehemaligem Machtzentrum des Nationalsozialismus betreibt man die Durchführung des alliierten Beschlusses mit besonderer Akribie, obwohl der Viermächtestatus immer wieder zu Schwierigkeiten bei der Durchsetzung führt.

Am 20. April 1946 ist es dann soweit. Eine gewaltige Detonation erschüttert die Gegend um den Friedrichshain, als sowjetische Pioniere den Leitturm sprengen. Da die Sprengung nicht den gewünschten Erfolg erzielt, muß sie wiederholt werden. Beim G-Turm gelingt jedoch am 2. Mai 1946 bereits der zweite Versuch. Die Sprengung der anderen Flaktürme läßt noch eine Zeit auf sich warten. Am 28. Juli 1947 sprengen die Briten den mit 12 Tonnen Dynamit bestückten Leitturm im Tiergarten, der Gefechtsturm soll einen Monat später folgen. Nachdem in den vorhergehenden Wochen alles aus dem Bunker entfernt wurde, werden am 30. August 1947 um 16 Uhr 25 Tonnen Sprengstoff gezündet.

Nachdem sich der riesige Staub- und Rauchpilz gelichtet hat, wird das Sprengergebnis sichtbar: Der Bunker steht. „Made in Germany“ kommentiert ein amerikanischer Fotograf und die Briten rücken ab, um die Sprengung einen Monat später mit weiteren 24 Tonnen Sprengstoff zu wiederholen. Auch der zweite Versuch erweist sich als Fehlschlag, und erst im Juni 1948 wird der G-Turm bei einer dritten Sprengung mit Hilfe von 40 Tonnen Sprengstoff restlos zerstört. Eine neue Strategie verfolgen die Franzosen bei der Sprengung des G-Turmes im Humboldthain. Man versucht es zunächst mit einigen Teilsprengungen, die aber nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Am 13. Dezember 1947 fliegt erst einmal der Leitturm an der Gustav-Meyer-Allee in die Luft, Sprengung geglückt! Aber nicht nur der Leitturm ist zerstört, sondern auch das gegenüberliegende AEG-Gelände gleicht einem Trümmerfeld. Dem G-Turm rückt man nach dem Winter am 28. Februar 1948 wieder zuleibe, doch die Sprengung verfehlt ihre Wirkung. Erst zwei Wochen später bringt eine letzte Sprengung die beiden südlichen Ecktürme des G-Turmes zum Einsturz, was dazu führt, daß die südliche Seite des Turmes wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt und die Abschlußdecke sich wie eine Rampe schräg hinuntersenkt. Die beiden nördlichen Türme und die Nordwand bleiben stark angeschlagen stehen.

Die Franzosen geben später bekannt, daß dieses Sprengergebnis so gewollt war, um die nördlich an den Turm angrenzenden Bahnanlagen zu verschonen. Möglicherweise will man sich aber auch keinen weiteren Mißerfolg eingestehen. In den darauf folgenden Jahren werden die Bunkerruinen mit Trümmerschutt überdeckt und begrünt, allein im Humboldthain werden 1,6 Mio. Kubikmeter Schutt aufgehäuft. Der Trümmerberg im Tiergarten wird allerdings bis 1958 wieder abgetragen, da er angeblich dem Bau der späteren U-Bahnlinie 9 im Weg liegt. Die anderen Bunkerruinen, besonders der teilzerstörte Geschützturm Humboldthain werden Anziehungspunkt für Abenteuerlustige, die die Gefahren des Bauwerks unterschätzen. In die nicht vollständig mit Schutt verfüllten Hohlräume finden immer wieder Jugendliche einen Weg, und mehrfach kommt es zu schweren Unfällen, einer davon endet tödlich. Mitte der 80er Jahre zieht das Bezirksamt Wedding daher die vollständige Abtragung der Bunkerruine ernsthaft in Erwägung. Die Kosten dafür werden allerdings auf 20 Mio. DM geschätzt, so daß man von dieser Variante Abstand nimmt und ab 1988 in die Sicherung und Umgestaltung der Anlage investiert. Die Integration in die Grünanlage des Parks und die Schaffung einer Kletterwand an der Nordseite sollten dem Bauwerk letztendlich den Reiz des Verbotenen nehmen.