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Geschichte des Flakturms Humboldthain

Die detaillierte Geschichte aller Flaktürme finden Sie in der Rubrik Untergrund Flaktürme.

Die Flaktürme (Flak = Flugabwehrkanonen) waren einst die größten Bunker Berlins. Mit Kantenlängen von etwa 23 mal 50 Metern (Feuerleittürme / L-Türme) bzw. rund 70 mal 70 Metern (Geschütztürme / G-Türme) hoben sie sich mit bis zu 42 Metern Höhe monströs von ihrer Umgebung ab.
Von Oktober 1940 bis April 1942 entstanden nacheinander je
ein Paar, bestehend aus einem L-Turm und einem G-Turm, im
Tiergarten sowie in den Volksparks Friedrichshain und Humboldthain. Die Flaktürme im Volkspark Humboldthain entstanden zwischen Oktober 1941 und April 1942.
Die kurze Bauzeit von nur sechs Monaten pro Turmpaar
war nur durch den Einsatz von bis zu etwa 3200 Arbeitern,
darunter auch Fremdarbeiter, Zwangsverpflichtete und Kriegsgefangene, sowie durch einen 24-Stunden-Schichtbetrieb und die Einstufung in die oberste Priorität kriegswichtiger Bauten möglich.

Während die L-Türme mit ihrer optischen und funkmeßtechnischen Ausrüstung die Flugzeugverbände der Alliierten orteten und Flugkurs, Flughöhe und -geschwindigkeit ermittelten, nahmen die G-Türme sie mit ihren jeweils vier schweren, doppelläufigen Geschützen vom Kaliber 12,8 Zentimeter unter Beschuss und sollten ihnen so den Überflug über das Stadtzentrum verwehren.
Leichte Flak auf beiden Türmen diente zur Abwehr möglicher
Tieffliegerangriffe. Der militärische Erfolg der Flaktürme blieb letztendlich weit hinter den Erwartungen zurück, jedoch boten sie auf sechs Etagen auch Tausenden Zivilisten Schutz (offiziell ca. 15 000 Schutzplätze pro G-Turm, 7500 pro L-Turm). Mit Wandstärken von bis zu 2,50 Metern und 3,8 Meter starken Abschlussdecken galten diese Bunker als absolut bombensicher. Neben den militärischen Unterkunfts-
und Funktionsräumen beherbergten sie Luftwaffenlazarette
und Rüstungsforschungsstätten oder dienten als Schutzraum für Kunstgegenstände aus den Berliner Museen.
Nach einer kurzen Nachkriegsnutzung wurden die Flaktürme
durch die Alliierten gesprengt und ihre Überreste gänzlich abgetragen (Zoobunker) oder unter Trümmerbergen begraben (Friedrichshain, Humboldthain).

Das Innere der Ruine des G-Turmes Humboldthain haben wir in jahrelanger Arbeit für Besucher zugänglich gemacht; es kann seit April 2004 besichtigt werden. Über die Arbeiten zur Begehbarmachung der Ruine berichten wir in der Rubrik Instandsetzung.