Facebook Twitter RSS Login Sprachen
Schriftgröße
Kontrast

Schnellsuche

Fahrerbunker Überraschungsfund im ehemaligen Mauerstreifen

Exponate --
Fahrerbunker

Hinter den Häusern der Wachmannschaften an der „Hermann-Göring-Straße“, der heutigen Ebertstraße, befand sich eine große Tiefgarage, in welcher der Fuhrpark der Neuen Reichskanzlei abgestellt und gewartet wurde. Im Winter 1943/44 wurde die Tiefgarage zum Schutz der Fahrbereitschaft mit einem kleineren Bunker ausgestattet, da schon zu diesem Zeitpunkt normale Luftschutzräume als nicht mehr sicher galten. Rund 40 Personen fanden in den acht kleinen Bunkerräumen Platz. Während der Endkämpfe um Berlin wurden im „Fahrerbunker“ umfangreiche Munitionsbestände, darunter vor allem Handgranaten, Panzerfäuste und Infanteriemunition eingelagert.

Im Gegensatz zum Führerbunker blieb der Fahrerbunker jahrzehntelang unangetastet, unter anderem deshalb, weil der Zugang während der erbitterten Kämpfe um das Regierungsviertel durch einen Volltreffer verschüttet wurde und weil die Anlage seit dem 13. August 1961, dem Bau der Berliner Mauer, mitten im Grenzgebiet lag.

Erst 1990 ist der Bunker bei Munitionsbergungsarbeiten für das Open-Air-Konzert „The Wall“ wieder entdeckt worden. Besonders die Wandmalereien, welche auf bizarre Weise die NS-Ideologie verherrlichen, sorgten für weltweites Aufsehen. 1992 und 1996 wurde der Bunker durch das Archäologische Landesamt unter Leitung Alfred Kernd‘ls, sowie durch spätere Mitglieder des Vereins Berliner Unterwelten eingehend untersucht und vermessen.

Die durch das Museum für Vor- und Frühgeschichte geborgenen Fundstücke sowie die Fotografien aus dem Inneren der Anlage können heute im Berliner Unterwelten-Museum im Rahmen der Tour 1 besichtigt werden.