An der Nahtstelle der Berliner Ortsteile Tempelhof und Schöneberg steht ein massives Betonbauwerk, dass durch seine ungewöhnliche Form Rätsel aufgibt. Die vorliegende Broschüre – eine Initiative des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg und des Berliner Unterwelten e.V. – führt erstmalig alle bekannten Fakten zur Entstehung und Nutzung des „Schwerbelastungskörpers“ zusammen. Gleichzeitig soll mit dieser Veröffentlichung das Interesse und Engagement für die Zukunft des einmaligen Belastungsbauwerkes geweckt werden.
Aus dem Vorwort:
„Seit 1995 ist dieses Bauwerk als Baudenkmal ausgewiesen, weil der Großbelastungskörper als einzigartiges Dokument von herausragender geschichtlicher Bedeutung klassifiziert wird: als letztes konkretes bauliches Zeugnis für die megalomanen Umgestaltungspläne der Nationalsozialisten für die Nord-Süd-Achse in Berlin. Dennoch blieb das Baudenkmal als Versuchsbau einzig realisierter Bestandteil sowohl in der Fachdiskussion als auch in der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet und ist selbst stadtgeschichtlich Interessierten kaum bekannt. […]
Der Schwerbelastungskörper entstand 1941 im Rahmen der Planungen zur Umgestaltung Berlins zur Reichshauptstadt Germania, um die Belastbarkeit von Baugrund für Großbauten zu ermitteln. Dieser Großversuch hatte sowohl eine Vorgeschichte in der Weimarer Republik als auch eine Fortentwicklung in der Nachkriegszeit. Zur Erkundung der Belastbarkeit von Baugrund für Großbauten waren durch verschiedene Institute für Bodenkunde in Deutschland und durch die Gesellschaft für Bodenmechanik (Degebo) in Berlin seit Ende der Zwanziger Jahre Versuche in kleineren Dimensionen durchgeführt worden. […]
Die Wirren der Kriegsereignisse und die neue Nachkriegsordnung brachten es mit sich, dass eine Auswertung der akribisch geführten Meßreihen erst Anfang 1948 erfolgte. Nur Wenigen ist bekannt, dass die Messversuche unter anderen Aspekten noch bis 1977 durch die Deutsche Gesellschaft für Bodenmechanik weitergeführt wurden. Gerade dieser Zeitabschnitt aber wird in dieser Dokumentation ausführlich behandelt. Schließlich werden erste Ansätze für eine angemessene Nutzung und Ortsbestimmung des Areals um den Großbelastungskörper in der Zu kunft skizziert, die zu weiteren Diskussionen und zu kreativen Konzepten im Umgang mit diesem besonderen Baudenkmal in der Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit ermuntern und anregen sollen.“
Herausgeber: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin
Erschienen in: Edition Berliner Unterwelten
ISBN: 3-9809641-1-6
Preis: 4,– €, Broschüre 48 Seiten
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