Titel des Katalogs zur Ausstellung ]Mythos Germania[
Überlagerungskarte des Kulturforums
Die zwölf Jahre des nationalsozialistischen Regimes – 1933 bis 1945 – haben sich gewaltsam in das Gesicht Europas eingeschrieben. Bei der Rückkehr des Zweiten Weltkriegs an seinen Ausgangspunkt wurde auch die Reichshauptstadt Berlin bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Aber auch ohne diese Zerstörungen hätten die Umbaupläne der Nationalsozialisten Berlin völlig aus den Angeln gehoben.
Im März 1942, als Albert Speer seit gut fünf Jahren mit mittlerweile über 1.000 Mitarbeitern seiner Tätigkeit, als Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt Berlin neuzugestalten nachgeht, führt Adolf Hitler in einem seiner Monologe aus, Berlin würde «als Welthauptstadt nur mit dem alten Agypten, Babylon oder Rom vergleichbar sein».
Bei seinen Erkundungen des Untergrundes ist der Berliner Unterwelten e.V. auf eine Reihe von Spuren gestoßen, die aus dieser Umgestaltungsabsicht herrühren. Dies sind Blinde Tunnel der Nordsüd-S-Bahn am Anhalter Bahnhof, der Schwerbelastungskörper an der Kolonnenbrücke oder der Platz des 4. Juli in Berlin-Zehlendorf.
Diese und weitere Spuren sind in der Ausstellung ]Mythos Germania[ mit den «Schatten», nicht direkt greifbaren Folgen der Tätigkeit des Generalbauinspektors zusammengestellt – die Enteignung und Deportation jüdischer Berliner oder der Abriß alter Stadtviertel. Der Katalog faßt die umfangreiche, von 15. März 2008 bis 31. Dezember 2009 präsentierte Ausstellung in Buchform und erweitert sie um Überlagerungskarten, Namens- und Ortsverzeichnisse, um den Lesern den Weg zu den Spuren in und um Berlin zu weisen.
Herausgeber: Berliner Unterwelten e.V.
Erschienen in: Edition Berliner Unterwelten (2011)
ISBN: 378-3-943112-00-9 (deutsch), 4. Auflage
ISBN: 978-3-943112-01-6 (englisch), 2. Auflage
Preis: 10,– €, Broschüre 112 Seiten
Dieses Buch ist in unserem Verkaufspavillon neben dem U-Bahnhof Gesundbrunnen (Brunnenstraße 105) täglich zwischen 10 und 16 Uhr und hier erhältlich.